IT-Security in Afghanistan - Fundamentals for a Secure IT Infrastructure based on the German IT-Baseline Protection Manual

Die Diplomarbeit stellt die Frage, wie IT-Sicherheit unter den besonderen Voraussetzung eines Landes wie Afghanistan bewertet und gefördert werden kann.

10/2005: Alexander Domene, Björn Stahl

Publikationstyp: Diplomarbeiten
Publikationssprache: Englisch
Kategorie(n): IT-Sicherheit


Kurzzusammenfassung

Die heutige IT- Infrastruktur ist charakterisiert durch ihre Heterogenität. Um bestimmte IT Sicherheits-Level abzusichern, müsste eine erfolgreiche Strategie mehr als nur die Entitäten eines Systems berücksichtigen. IT Sicherheitsrichtlinien, Vorschriften und Konzepte, welche bereits als internationale Standards akzeptiert sind, basieren in der Regel auf den Anforderungen und Voraussetzungen von Industrieländern.

Im ersten Teil der Diplomarbeit wurde ein Überblick über Afghanistan gegeben. Die Schwerpunkte waren die Kultur, die Volksgruppen und das Klima des Landes. Als ein Ergebnis konnte festgehalten werden, dass die klimatischen Bedingungen in Afghanistan den sicheren Betrieb von Standard- Computern erheblich beinträchtigen bzw. sogar gefährden können. Sowohl Sand und Staub als auch die Feuchtigkeit haben einen negativen Einfluss auf Zuverlässigkeit, Lebensdauer, und Funktionsfähigkeit von IT- Systemen. Für Afghanistan würde der Einsatz von haltbaren, zuverlässigen, und günstigen Hardware-Lösungen ein großer Schritt in Richtung einer sicheren Informationsgesellschaft sein.

Einige Hardwarehersteller haben diesen Markt erkannt und bieten einige interessante Hardware Lösungen an. Deswegen haben wir im Kapitel 4.1„Hardware“ einige dieser Lösungen vorgestellt. Zuerst wurden aber einige internationale Standards für Computer für den Einsatz unter extremen Bedingungen vorgestellt. Natürlich hat vor allem das Militär ein grosses Interesse an IT-Systemen, die unter extremen Bedingungen arbeiten können, aber es gibt auch eine ganze Reihe Standards für den zivilen Gebrauch. Diese Standards können angewandt werden, um IT Systeme an die in Afghanistan vorherrschenden Bedingungen anzupassen. Unter den von uns vorgestellten Hardware Lösungen befinden sich die so genannten ruggedized Notebooks, leider sind diese Notebooks aber auch sehr teuer und daher momentan nicht interessant für Afghanistan. Aus diesem Grund haben wir im Kapitel 4.1.3 „Solutions“ einige geeignetere und günstigere Lösungen zusammengestellt.

Des Weiteren, ist es wichtig, um eine nachhaltige Entwicklung von Afghanistan und anderen Entwicklungsländern zu gewährleisten, den Zugang zu IT-Systemen günstig zu gestalten. Die vorgestellten Hardwarelösungen können dies unterstützen, jedoch ist es auch notwendig, über die geeignete Software nachzudenken. Das Selbststudium und damit autonomes lernen kann durch den Einsatz der richtigen Software erheblich verbessert und beschleunigt werden. Im Kapitel 4.2 „Software“ haben wir erstmal die Vor- und Nachteile von OpenSource Software mit dem Blick auf den Einsatz in Entwicklungsländern dargelegt. Das Ergebnis dieses Exkurses war, dass der Einsatz von Open Source in Entwicklungsländern nur mit einigen Einschränkungen empfohlen werden kann, daher haben wir zum Ende dieses Kapitels einige Software Pakete genauer vorgestellt.

Die Forschung für das Kapitel 3 „Current Situation in Afghanistan“ hat gezeigt, dass in Afghanistan kein Ausbildungsprogramm für IT-Berufe existiert. Wie bereits dargelegt, ist eine umfangreiche Ausbildung notwendig, um eine nachhaltige Entwicklung der IT in Afghanistan zu gewährleisten.

Das Kapitel 5 „An Education Concept“ stellt hierfür eine Lösung bereit. Wir untersuchten die deutschen Ausbildungsprogramme auf Lerninhalte, welche geeignet wären für ein entsprechendes Ausbildungsprogramm in Afghanistan. Hierbei musste ein Kompromiss getroffen werden. Einerseits braucht Afghanistan so schnell wie möglich qualifiziertes Personal, aber andererseits würde ein länger als ein Jahr andauerndes Ausbildungsprogramm z. Z. kaum durchführbar sein. Daher fand die Auswahl der geeigneten Lernfelder anhand der Kriterien „Nachhaltigkeit“, „Anwendbarkeit“, „Wert des erlernten Wissens“ und die „zu erwarteten Kosten“ statt.

Das Ergebnis haben wir in dem Ausbildungsprogramm „The Concept: Assistant of Applied Information Technology“ zusammengefasst. Dieses stellt den wichtigsten Schwerpunkt unserer Diplomarbeit dar, und ist im Prinzip auch auf andere Entwicklungsländer anwendbar.

Wir hoffen dass die mögliche Umsetzung von unserem Vorschlag ein weiterer Schritt in der Entwicklung Afghanistans in Richtung der Informationsgesellschaft ist, und somit zu einer nachhaltigen Entwicklung dieses Landes beiträgt.